Java, Python und Co.: Diese Sprachen sind 2021 in der IT gefragt

In der IT werden viele Sprachen gesprochen, und regelmäßig kommen neue Programmiersprachen hinzu. Welche davon gerade benötigt wird, hängt immer auch vom jeweiligen Unternehmen und Aufgabenfeld ab. Deshalb ist es besonders für Freelancer im IT-Bereich wichtig, auf dem neuesten Stand zu bleiben, sich die eine oder andere Sprache anzueignen und so das eigene Portfolio zu erweitern. Welche Programmiersprachen Sie 2021 auf dem Radar haben sollten, erfahren Sie hier. 

PYPL-Index: Aufschluss über Suchanfragen 

Um die Popularität einer Programmiersprache oder eines Programmier-Tools festzustellen, sind Rankings ein beliebtes Vorgehen. Sie geben Aufschluss darüber, wonach gesucht wird und bewerten einige formelle Aspekte. Allerdings bilden sie keine strenge inhaltliche Bewertung der einzelnen Sprachen ab. Um also ein solches Ranking zu erstellen, werden zum Beispiel bei dem PYPL Index die eingegebenen Suchanfragen im Netz analysiert und ausgewertet. Jedes Jahr entsteht so ein aktuelles Ranking, das für Unternehmen und Freiberufler aus dem IT-Bereich eine hilfreiche Orientierung darstellt. 

 

Diese 5 Programmiersprachen wurden im PYPL Index 2021 laut Statista.de am häufigsten gesucht:

1. Python

Die Open-Source-Sprache liegt mit einem Wert von 30,44 % auf dem ersten Platz. Sie überzeugt ihre User durch ihre Einfachheit, ihr großes Anwendungsspektrum und ihre hohe Produktivität. Ein weiterer Vorteil: Mit einer geringen Anzahl an Schlüsselwörtern und einem vorgegebenen Programmierstil ist die Sprache leicht erlernbar und schnell anwendbar.

2. Java

Aus dem jährlichen Ranking nicht wegzudenken. Die seit den 1990ern eingesetzte Sprache stößt weltweit auf besonders hohe Akzeptanz. Sie punktet durch ihre Vielseitigkeit, gerade in Bezug auf Webanwendungen, und die Möglichkeit zur präzisen Formulierung von komplexen und logischen Zusammenhängen. Sie gilt als besonders sicher, zuverlässig und ist unabhängig von Plattformen, Betriebssystemen oder Hardware.

3. JavaScript

JavaScript ist eine einsteigerfreundliche und dynamische Scriptsprache. Sie wird vor allem bei interaktiven Webseiten-Elementen gewählt, aber auch bei Anwendungen, die regelmäßig auf aktualisierte Daten zurückgreifen müssen, wie zum Beispiel Wetter-Portale. Auch bei der Spieleentwicklung und im Online-Gaming kommt sie zum Einsatz. Sie überzeugt durch ihre Stärken in den Bereichen Front- und Backend und lässt sich ohne weitere Zusatzprogramme im Browser installieren. Javascript ist auch für die Erstellung von mobilen Apps eine zeit- und kostensparende Wahl.

4. C#

C# ist eine der wichtigsten Programmiersprachen im .NET-Framework von Microsoft und wurde zunächst als systemeigene Programmiersprache konzipiert. Die objektorientierte Sprache vereint viele Funktionen und läuft mittlerweile auch unter macOS, iOS und Android. Sie weist außerdem einige Ähnlichkeiten zu Java auf, was für viele Anwender aus diesem Bereich einen erleichterten Einstieg bedeutet. 

5. C/C++

C gilt als eine der beliebtesten Sprachen für System- und Anwendungsprogrammierung. C++ stellt dabei die Erweiterung von C dar und ist dabei größtenteils rückwärtskompatibel. Sie zeichnet sich durch ihre Objektorientierung und eine ISO Standardisierung aus.

 

Gegenüber dem vorigen Jahr lässt sich bei Platz 8, der Programmiersprache Objective-C, ein Zusatz an Suchanfragen verzeichnen, hier wurde 1,2 % öfter nach entsprechenden Tutorials gesucht. Objective-C zeichnet sich durch eine deutlich einfachere Struktur als C++ aus und verfügt für viele Anwender über ein eleganteres Design. Dadurch ist sie recht einfach zu bedienen und leistungsfähiger als ihre Konkurrenz.

 

TIOBE-Index stellt ähnliche Ergebnisse vor

TIOBE Index beliebter Programmiersprachen

Quelle: https://pypl.github.io/PYPL.html

Programmiersprachen werden, wie beim PYPL Index, nicht nur nach ihrem Suchaufkommen bewertet, sondern können für ein Ranking auch anderen Faktoren unterliegen.

Bei dem TIOBE-Index werden für das Ranking Daten wie die Anzahl an Engineers, die weltweit die jeweilige Sprache beherrschen, sowie Kurse, Drittanbieter und Suchanfragen bei Google, YouTube und Co. erfasst. Anhand der Zuwachsrate wird der Popularitäts-Sieger gekürt. Im Jahr 2021 hat die Programmiersprache Python zum 4. Mal die größte Rate im Vergleich zum Januar 2020 erzielt und liegt mit einem Zuwachs von 2,01 % kurz vor C++ (+1,99 %), C (+1,66 %) und R (1,10 %).

 

 

Welche Programmiersprache sollte man lernen? 

Die vorgestellten Rankings basieren auf harten Fakten wie Suchanfragen. Daraus lässt sich nicht schließen, ob eine Sprache der anderen nun überlegen ist oder nicht. Denn hierbei kommt es auf viele weitere Dinge an, die bei einer regelmäßigen Anwendung wichtig sind. Hierzu gehören in erster Linie die Branche und das individuelle Umfeld, in dem gearbeitet wird. Wer seine beruflichen Fähigkeiten also weiter ausbauen möchte, erfährt durch Rankings zwar welche Sprachen oft gesucht werden, sollte aber auch die folgenden Aspekte betrachten:

Webentwicklung:

Wer JavaScript beherrscht, ist in diesem Bereich gut aufgestellt. Microsoft bietet außerdem als Konkurrenz TypeScript an. Die Vorteile: Es ist statisch typisiert und ermöglicht mehr Kontrolle über den Code. Bekannte Frameworks und Libraries setzen verstärkt auf das Microsoft-Modell. Wer den Entwicklungsprozess schneller machen und besser lesbaren Code schreiben möchte, sollte TypeScript im Auge behalten und mit Programmier-Tutorials das Repertoire erweitern.

Data-Science und Automatisierung:

Hier findet sich der Sieger der beiden Rankings wieder: Python. Die Programmiersprache ist plattformunabhängig und kann objektorientiert oder prozedural angewendet werden. Sie verspricht einen relativ universellen Einsatz, ist leicht zu lernen und strukturiert die Programme gut. Für Freiberufler und Freelancer im IT-Bereich bzw. der Automatisierungs- oder Data-Science-Branche ist Python definitiv eine Sprache, die in diesem Bereich gefragt ist und beherrscht werden sollte. 

Software-Entwicklung für Android:

Hier liegt Kotlin als zukunftsweisende Sprache vorne im Rennen. Seit 2017 ist sie die offizielle Android-Programmiersprache. Viele moderne Features, eine Null-Sicherheit und eine einfache Syntax für Lambda-Funktionen und Sprachkonstrukte überzeugen hier. Dadurch ist auch ein deutlich reduzierter Code möglich. Der Umstieg ist relativ leicht, denn durch die Interoperabilität lässt sich ein Projekt Stück für Stück umschreiben. Wer in der mobilen App-Entwicklung tätig ist, kommt um Android nicht herum.

Software-Entwicklung für iOS:

Als eine Alternative für Objective-C ist Swift gern gesehen. Die Programmiersprache ist modern und erleichtert die Entwicklung von Apps für iPhones und Co. Sie hat viele Ähnlichkeiten zu Kotlin und ist essenziell für Entwickler*innen im iOS-Umfeld. 

Cloud-Computing:

Die Programmiersprache Go wurde im Google-Umfeld und aus Unzufriedenheit mit Java und C++ entwickelt. Der Fokus liegt bei Go auf Effizienz und produktiver Entwicklung. Die Einarbeitung in Go gilt allgemein als etwas zeitaufwendiger und mühsam, aber die Arbeit lohnt sich, denn im Nachhinein soll dadurch deutlich Zeit eingespart werden. 

Eine weitere Sprache, die ITler im Blick behalten sollte, ist Rust. Sie steht als Alternative zu C und C++ und arbeitet mit statischer Typisierung. Das Ziel ist, dass Null-Pointer- und Stack-Overflow-Fehler zur Laufzeit weitestgehend verhindert werden. Außerdem ist ein hohes Abstraktionsniveau durch die Verbindung verschiedener Programmparadigmen möglich. Aufgrund des jungen Alters fehlt es Rust noch an ausgereiften Tools und Bibliotheken, dennoch gilt die Programmiersprache als vielversprechend.

 

Fazit

Das Repertoire eines ITlers funktioniert im Grunde wie ein gut sortierter Werkzeugkasten: Für unterschiedliche Anforderungen und Probleme gibt es verschiedene Programmiersprachen und Lösungen. Welche Sprache wann zum Einsatz kommt, ist immer abhängig davon, was entwickelt wird. Jährliche Rankings wie der PYPL- oder TIOBE-Index zeigen, nach welchen Sprachen am häufigsten im Netz gesucht wird. Entwickler und Freelancer im IT-Bereich können damit Informationen darüber erhalten, welche Art von Entwicklern gesucht werden und so ihre eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten durch Schulungen und Tutorials erweitern – und so ihren Werkzeugkasten auf dem aktuellsten Stand halten.

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